Ökologischer Anbau, sein großes Plus und seine Grenzen

Ökologischer Landbau

Der Ökologischer Anbau bezeichnet die Herstellung von Nahrungsmitteln und weitere landwirtschaftliche Produkte, die auf naturschonender Produktionsmethoden basieren

Ökologischer Landbau

Ökologischer Landbau

Das Thema Bio ist weiterhin eines der bestimmenden Themen, wenn es um Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Ökologie und Umwelt allgemein geht. Ökologischer Anbau von Lebensmitteln und pflanzlichen Stoffen für Kosmetika und Artikel des täglichen Gebrauchs spielen dabei eine große Rolle. 2012 kauften drei Viertel aller Deutschen mindestens gelegentlich Lebensmittel aus ökologischem Anbau. Vielleicht warst du auch dabei?

Kennzeichen von Lebensmitteln aus ökologischem Anbau

Zunächst ist es wichtig, zu wissen, was kontrolliert ökologischer Anbau überhaupt bedeutet. Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft wird im Ökolandbau jeder Betrieb als ein ganzheitliches System von Pflanzen, Tieren, Menschen und dem Boden betrachtet. du kannst Dir einen Bio-Bauernhof so vorstellen, als wenn er auf einer einsamen Insel wäre und dort alles selber erwirtschaftet wird. Der Kreislauf des eigenen Betriebs soll die Fruchtbarkeit der Böden erhalten und die Tiere artgerecht aufziehen.

Bio-Siegel

Bio-Siegel

Jedes Lebensmittel aus kontrolliert ökologischem Anbau, das nach EG-Öko-Verordnung angebaut oder hergestellt wurde, besitzt eine sogenannte Öko-Kontrollstellen-Nummer. In Deutschland beginnt sie mit „DE-ÖKO“. Danach folgt eine dreiziffrige Nummer der jeweiligen Kontrollstelle. Außerdem sind Bio-Produkte in Deutschland seit Juli 2011 mit dem Euro-Blatt als Logo zu kennzeichnen. Fakultativ, also nicht notwendig, aber möglich, ist zusätzlich das sechseckige EU-Bio-Siegel.

Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt

Ökologisch arbeitende Höfe werden strenger überwacht, als alle anderen Betriebe. Neben der normalen Lebensmittelüberwachung finden Kontrollen zum ökologischen Anbau statt. Gehört ein Betrieb zusätzlich einem Erzeugerverband, wie beispielsweise Demeter, Bioland oder Naturland an, so kommen von diesem Verband ebenfalls Kontrollen dazu. Daher kannst du Dir bei Bio-Produkten, die neben der europäischen Kennzeichnung noch ein Logo des Erzeugerverbandes haben, sicher sein, dass du ein super gut kontrolliertes Produkt kaufst. Die ökologische Landwirtschaft verzichtet zudem auf Kunstdünger und setzt somit keine chemisch-synthetischen Stickstoffverbindungen in der Düngung ein.

Der ökologische Landbau stellt einen aktiven Klimaschutz dar. Er steht für Artenvielfalt bei Tier und Pflanze und Achtsamkeit für alles Lebendige. Das größte Plus sind die artgerechte Tierhaltung ohne unnötigen Einsatz von Antibiotika und der definitive Verzicht auf Gentechnik. Zusätzlich sind viele Bio-Produkte auch sozialverträglicher hergestellt und fairer gehandelt. Dadurch, dass Bio-Obst und Bio-Gemüse langsamer wächst, enthält es weniger Wasser und hat dadurch einen intensiveren Geschmack. Gleichzeitig ist der Vitamin C Gehalt oftmals höher und sie sind reicher an sogenannten sekundären Pflanzenstoffen.

Pflanzliche Bio-Lebensmittel enthalten keine oder kaum messbare Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Fleisch und Milch aus der ökologischen Landwirtschaft besitzt auf Grund der Weidefütterung und Auslaufhaltung eine nach ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten günstigere Fettsäuren-Zusammensetzung. Alles in allem macht dies Lebensmittel aus ökologischem Anbau gesünder.

Bio-Bauern verzichten auf:

  • chemische-synthetische Pflanzenschutzmittel
  • leichtlösliche Mineraldünger
  • vorbeugende Anwendung von Tierarzneimitteln
  • einstreulose Tierhaltung

 

Bisherige Grenzen und Möglichkeiten

Auch wenn der ökologische Anbau die achtsamste Möglichkeit für Mensch, Tier und Umwelt ist, zu wirtschaften, so gibt es auch Grenzen. Zum einen sind die Erträge der Bio-Landwirtschaft deutlich geringer im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft. Das macht die Lebensmittel natürlich auch teurer, das heißt, du musst im Geschäft mehr dafür bezahlen. Zum anderen haben Bio-Betriebe, die „nur“ nach der EG-Ökoverordnung arbeiten, ohne zusätzlich einem Erzeugerverband der Bio-Branche anzugehören, eingeschränktere Standards, als beispielsweise Demeter-Betriebe. Daher ist Bio nicht gleich Bio.

Auch in der Bio-Branche gibt es große Betriebe, die gerade bei der Tierhaltung auch zu Problemen führen können. Auch wenn in Deutschland über die Erzeugerverbände der Tierschutz sehr groß geschrieben wird, so sind beim EG-Bio noch einige Verbesserungen nötig. Da das Heranwachsen der Bio-Tiere länger dauert, könntest du mit ausschließlich Bio-Fleisch die ganze Welt nicht ernähren. Daher muss ein Umdenken zu weniger tierischen Produkten stattfinden.

AGRAPROFIT – Der Film

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