Energieausweis 2013 – Das hat sich gerändert

Energiepass 2013 mit Wärmebildaufnahme

Der Energieausweis 2013 für Gebäude zur Vermietung bzw. zum Verkauf ist bereits seit 2008 Pflicht und ist dem Interessenten, also dem Käufer oder Mieter, auf Anforderung vorzulegen

Es hat sich aber erwiesen, dass von diesem Recht nur die wenigsten Interessenten Gebrauch machen, und es ist zu vermuten, dass es eine hohe Anzahl an Gebäuden ohne Energieausweis gibt. Seit dem Jahreswechsel hat sich die Lage jedoch grundlegend geändert: Nunmehr ist der Verkäufer oder Vermieter bzw. sein Vertreter verpflichtet, den Energieausweis unaufgefordert vorzulegen, und schon in Online- oder Zeitungsanzeigen sollen die relevanten Verbrauchswerte angegeben werden. Wer diesen Anforderung zuwiderhandelt, dem drohen Bußgelder bis zu 15.000 Euro.

Hintergrund

Der Hintergrund der neuen Gesetzgebung ist, ähnlich wie beim obligatorischen Energieeffizienz-Siegel auf Elektrogeräten, Verbraucher für den Energieverbrauch der zu erwerbenden oder zu mietenden Immobilie zu sensibilisieren und ihnen zu ermöglichen, Immobilien mit guter Energieeffizienz hinsichtlich der Heizenergie zu wählen. Dies soll gleichzeitig Hausbesitzer motivieren, ihre Gebäude beispielsweise durch eine Wärmedämmung oder eine energieeffiziente Heizungsanlage energetisch zu sanieren, denn es steht zu erwarten, dass, ähnlich wie Elektrogeräte mit schlechter Energieeffizienz, nicht-energieeffiziente Immobilien weniger Absatz finden und somit leer stehen. Neben dem Energieeffizienz-Wert in Zahlen ist es für Interessenten auch möglich, die Position der in Frage kommenden Immobilie auf einer Farbskala abzulesen, die von grün (energieeffizient) bis rot (zu hoher Energieverbrauch) reicht.

Energieausweis 2013 mit Wärmebildaufnahme

Energieausweis 2013

Grundsätzlicher Unterschied zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweisen

Es gibt zwei Arten von Energieausweisen. Da ist zum einen der beliebte Verbrauchsausweis, der die Energieffizienz auf der Grundlage der letzten drei Heizkostenperioden analysiert – und zwar nach dem tatsächlichen Brennstoff-Verbrauch. Dabei wird die „Strenge“ der Winter, die der Abrechnung zugrunde liegen, rechnerisch neutralisiert, um die Vergleichbarkeit herzustellen. Der Bedarfsausweis ist deutlich günstiger, weil der Ersteller nicht viel Arbeit hat. Ein Nachteil ist es, dass überdurchschnittlich hohe oder geringe Verbräuche einzelner Bewohner ungefiltert mit einfließen. Der Bedarfsausweis hingegen wird von einem Experten erstellt, der die genauen baulichen Gegebenheiten vor Ort aufnimmt und errechnet, wie viel Heizenergie das Gebäude benötigt. Dieser zweite Ausweistyp, der für Gebäude mit bis zu vier Wohneinheiten, die vor 1977 erbaut wurden, vorgeschrieben ist, ist aussagekräftiger, weil er objektiv ist, aber auch teurer, da er für den Ersteller mit viel Aufwand verbunden ist. Zusätzlich gibt der Ersteller des Bedarfsausweises auch Tipps zur energetischen Verbesserung des Gebäudes – auch das ist für Interessenten sicher eine wichtige Lektüre.

Fazit

Mit der Pflicht, Energieausweise unaufgefordert vorzuzeigen, um Bußgelder zu vermeiden, wird sich am Markt sicherlich einiges in Richtung einer verbesserten Energieeffizienz bewegen. Interessenten sollten sich jedoch nicht nur auf den Energieausweis verlassen, da dieser zehn Jahre gültig ist und nur im Fall von wesentlichen energetischen Änderungen ersetzt werden muss. Es hat sich in Untersuchungen herausgestellt, dass Verbrauchsausweise das individuelle Heizverhalten des Einzelnen zu sehr reflektieren, Bedarfsausweise jedoch bis zu 108 % vom tatsächlichen Verbrauch abweichen können. Daher ist es sinnvoll, zusätzlich zum Energieausweis den Verkäufer oder Vermieter auch um Zusendung der – anonymisierten – letzten Heizkostenabrechnungen zu bitten, um sich ein aktuelles Bild zu verschaffen.

 

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